Heiner geht noch
- Weblog von S.Münch
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Sonyas Verhältnisse waren außerordentich verworren. Zum einen lag das an ihrer ausgeprägten Entschlussfreude bei geringem Beharrungsvermögen, zum anderen an der Unmöglichkeit, das Ideal, das sie für sich anstrebte, mit ihren tatsächlichen Neigungen ein Einklang zu bringen. Trotzdem empfand sie ihre Situation als im Großen und Ganzen gut geregelt. Für ihre drei Söhne hatte sie vier verschiedene Väter. Sie weigerte sich, aus Gründen, die nur vermutet werden konnten, an der Aufklärung der Vaterschaft für ihren Ältesten mitzuwirken, so dass Volker Anhorn und Julian Zemper erbittert darum stritten – natürlich ohne die geringste Aussicht auf Klärung. Dem Jungen schade dies nicht, im Gegenteil, wenn man an die Geschenke zum Geburtstag und an Weihnachten denke, wo sich die beiden Väter durch den Umfang der Geschenke zu legitimieren suchten. Auch die Auswahl ihrer Männerbekanntschaften war nicht immer ganz astrein. Im statistischen Mittel waren sie altersmäßig angepasst, doch nur weil sie viel älter oder viel jünger waren. Nasser, aus begütertem Haus, musste Afghanistan in einer Nacht-und-Nebel-Aktion verlassen, nachdem bei einem Buzkashi, ein Sport, wo zwei Reiterhorden sich um einen Ziegenkadaver streiten, Sodomie-Gerüchte aufgekommen waren. Die Sache mit Bernd hatte das Zeug zu etwas Dauerhaftem.
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