Schadenfreude
- Weblog von S.Münch
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Zwei Männer gehen durch den Wald und treffen auf einen Bären. Der eine kramt seine Laufschuhe aus dem Rucksack. „Du kannst doch nicht schneller rennen als ein Bär“, meint der andere. „Muss ich auch nicht, nur schneller als du.“
Schadenfreude ist menschlich, Tiere sind zu dieser Emotion nicht fähig. Sie scheint eine sehr deutsche Angelegenheit zu sein. Wie „Gemütlichkeit“, „Kindergarten“ und „Weltschmerz“ machen andere Sprachen bei uns Anleihen, wenn sie das Gefühl beschreiben wollen, das Fräulein Tippse überkommt, wenn Herr Chef, der sie zum x-ten Mal grundlos zusammengestaucht hat, mit vollem Kaffeebecher auf der Bananenschale ausrutscht, auf den fetten Allerwertesten ploppst und die braune Brühe über das weißgestärkte Hemd kleckert. In englisch, französisch, italienisch, spanisch, portugisisch und polnisch heißt das treffende (Fremd-)Wort „Schadenfreude“. Rar, vielleicht deshalb so erhebend, sind Mitleidsbezeugungen für den Unterlegenen, wie das Gedicht von General Hao , einem Gesinnungsgenossen Sunzi´s, dem sein abtrünniger Schüler Ihsu nach dem Leben trachtete:
Was nun,
da der fiebrige Sommer deines Blutrausches verglüht,
ohne dein gierig dürstendes Schwert mit meinem Blut zu kühlen?
Was nun,
da deine Kriegskunst Blendwerk und Tand,
deine Heere im Winterlager der Verzagtheit, geflohen in die Berge der Verzweiflung?
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