Die Rose
- Weblog von S.Münch
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Der Makler war jung und dynamisch; beides in einem Ausmaß, dass ihn die seriösere Klientel der Stadt mied. Den Erfolg suchte er durch Methoden zu zwingen, die er auf seinen Amerikareisen gesehen hatte. Hans hatte ihm den Auftrag erteilt, weil er seinen Vater kannte und es ihm peinlich gewesen wäre, jemand anderen zu beauftragen und er es ohnehin nicht besonders eilig hatte. Er bereute es, als der junge Mann an zwei Pfosten eine riesige Werbetafel im Vorgarten aufstellte. Durchgestilt, in gediegen daherkommenden Brauntönen gehalten, vermeldete es :“Wieder ein Haus durch Bauer Real Estate Inc. zu verkaufen.“ Dazu ein Konterfei des Jungtycoons, das konfirmandenhaft wirkte, dazu Geschäftsadresse, E-Mail Adresse, Telefonnummer, Faxnummer, Handynummer und Homepage, nur die Konfektionsgröße der Unterwäsche fehlte. Der Nachwuchsmakler war zufrieden. Nur den Garten könne man so nicht lassen. „Wir reden hier über mindestens fünfzehntausend Euro Abschlag, wenn Sie die verwahrloste Dschungellandschaft nicht beseitigen lassen.“ Er empfahl auch sofort eine Firma, die einem seiner Freunde gehörte, von dem er vermutlich für jeden vermittelten Auftrag einen satten Kickback einsackte.
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