"Gallia est omnis divisa in partes tres...- Gallien ist in seiner Gesamtheit in drei Teile geteilt...", beginnt Caerars, bei Schülern so gefürchteter, "De bello Gallico". Mit den menschlichen Charaktereigenschaften verhält es sich einfacher. Sie sind lediglich zweigeteilt. Es werden Wälzer zum Thema Menschenkenntnis geschrieben, eine Seminarindustrie nährt sich an ihrem mageren Busen, und Journalisten zahlen mit ihrer Hilfe das Studium ihres Nachwuchses. Dabei verhält es sich mit der Menschenkenntnis wie mit der Intelligenz. Kaum jemand bringt die Einsicht auf, in minderem Maße damit gesegnet zu sein. Die Evolution hat uns mit einem Automatismus ausgestattet, indem wir bauchgefühlsmäßig wenige Sekunden nach dem Kennenlernen unseren Gegenüber mögen oder ablehnen. Was über diesen archaischen Reflex hinausgeht, müssen wir uns mühsam erwerben, ohne es in der Praxis sonderlich gut anwenden zu können. Alfred Adlers Standardwerk "Menschenkenntnis" lässt uns ebenso im Stich wie einschlägige Focus-online-Tests. Ich persönlich komme mit einem simplen zweigliedrigen Ordnungssystem ganz gut zurecht: Ich teile, die Menschheit in Geparde und Wölfe.