Ruine
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Ich war so lange ohne Auto, dass mir die Entschleunigung des Lebens beinahe als angemessener Gegenwert zum Verlust der spontanen Fortbewegung erschien. Auf alle Fälle übertrifft die Vorstellung des Wieder-Autofahrens den tatsächlichen Genuss, den die individuelle Bewegungsfreiheit auf vier Rädern tatsächlich bietet bei weitem, was ich in meinem Alter zwar wusste, da es sich um ein Gesetz des Lebens handelt, aber erst durch die Erfahrung bestätigt haben wollte. Früher ein Kilometerfresser auf der Autobahn, der zur Not auch mal in eine Orangensaft Flasche gepinkelt hat, wenn die Zeit bis zum nächsten Termin knapp war, fühle ich mich, eingepfercht in eine rasende Blechbüchse, den Blick starr auf ausgewalzten Asphalt gebannt, fremdbestimmt. Der Entschluss, dennoch nach Paris zu fahren hatte mehrere Gründe. Seit meiner Teenager Zeit war ich mehrmals im Jahr dort. Als Pfälzer-Wald-Bub hält sich meine Affinität zu Großstädten in sehr engen Grenzen, doch fühle ich mich zu dieser Stadt hingezogen. Ich würde nie behaupten, sie zu lieben. Sie fasziniert mich, wie eine Frau mit der man seit Jahrzehnten eine sporadische Beziehung hat, die aber niemals soviel Gewissheit zulässt, dass man sich vor ihr selbstvergessen entkleiden würde.
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